Kindkrank – Was nun …?

Lange Version:
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes -> https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__45.html


Paare:
Anspruch besteht für jedes Kind längstens für 10 Tage. Insgesamt jedoch nicht mehr als 25 Tage. Das ist pro Partner pro Kalenderjahr zu sehen.
Alleinerziehende:
Anspruch besteht für jedes Kind längstens für 25 Tage. Insgesamt jedoch nicht mehr als 50 Tage. Das ist ebenfalls pro Kalenderjahr zu sehen.


Der Arbeitnehmer ist bei Vorlage der Krankmeldung des Kindes vom Arbeitgeber unbezahlt freizustellen. Die Krankenkasse entrichtet in der Regel 90% des ausfallenden Gehaltes. In manchen Fällen auch 100%.


Ein Arbeitnehmer, der sich in diesem Falle selbst krank meldet, um 100% Lohnfortzahlung zu erhalten, riskiert eine fristlose Kündigung. Ebenfalls darf der Arbeitgeber auch keinen Erholungsurlaub gewähren, denn dieser dient der Erholung des Arbeitnehmers. Und wenn das Kind krank ist, dann kann sich der Arbeitnehmer nicht erholen.


Der Rechtsanspruch zieht natürlich nur dann, wenn auch eine Krankmeldung des Kindes vorliegt. „Einfach so“ zu sagen „ich bleibe daheim, weil Kind krank ist“ kann seitens des Arbeitgebers immer hinterfragt werden. Tipp: Bei Krankmeldung des Kindes des Gesetzesauszug gleich mit abgeben und zwar immer.


Sicherheitshinweis: Dies ist natürlich KEINE Rechtsberatung, aber auch KEIN Satireblog.
Rechtsberatung gibt es bei Gewerkschaften (kostenfrei bei Mitgliedschaft) und gegen Honorar (kostenfrei bei Rechtschutzversicherung) bei Fachanwälten für Arbeitsrecht.

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